10.05.10 | 15:52GLL-Umstrukturierung schwächt den ländlichen RaumDie vor fünf Jahren ins Leben gerufenen 14 Behörden für Geoinformation,
Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) sollen nach dem Willen des
Innenministers zu einem Landesbetrieb mit Zentrale in Hannover
umfunktioniert werden. Dies teilte die GLL in einem Schreiben mit.
Betroffen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg sind die zur GLL
Sulingen gehörenden Katasterämter Syke, Nienburg und Sulingen sowie das
Amt für Landentwicklung. Hans-Werner Schwarz (FDP), Vizepräsident des
Niedersächsischen Landtages, sieht in der Umstrukturierung der GLL
keinen Nutzen für den Bürger. „Im Gegenteil: Qualifizierte Arbeits- und
Ausbildungsplätze gehen dem ländlichen Raum mittelfristig verloren und
Fachkompetenz wandert in die Landeshauptstadt“, ärgert sich Schwarz.
Grund für die Umwandlung in einen Landesbetrieb seien der GLL zufolge
die angeschlagenen Landesfinanzen. Ein Landesbetrieb, so hofft der
Innenminister, eignet sich besser zum Personalabbau und zur
Kosteneinsparung. Ein Betrieb müsste außerdem verstärkt Einnahmen
erzielen.
„Unkommentiert blieb bisher, wie sich eine solche Maßgabe mit dem
politisch gewollten Ziel der Verlagerung von Aufgaben auf ortsansässige
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure vereinbaren ließe“, moniert
Schwarz. Er wird sich für den Erhalt der GLL in der jetztigen Form
einsetzen. „Ich will nicht hinnehmen, dass die Stärkung des ländlichen
Raumes aufgrund leerer Landeskassen aufgegeben wird“, betonte er.